2013

Im Gespräch mit Rainer M. Schröder

Astrid van Nahl: Lieber Herr Schröder, ich freue mich, dass Sie während Ihrer monatelangen Reise Zeit gefunden haben für dieses Gespräch! Ich will gleich in medias res gehen.

Auf Ihrer Webseite schreiben Sie, dass Sie ein harter Arbeiter am Schreibtisch sind und dort viele Stunden verbringen, unter anderem mit der Lektüre von Sachbüchern, aus denen Sie Anregungen für neue Bücher ziehen. Wenn man Ihre Bücher aufmerksam liest, weiß man über das Thema oder die Zeit am Ende oft mehr, als hätte man ein Sach- oder Geschichtsbuch gelesen. Sie folgen dabei fast immer der gleichen Struktur, indem sie ein eher einfaches Handlungsgerüst mit Fleisch füllen, das heißt mit den Fakten, die Sie erarbeitet haben. Die bringen Sie aber nicht einfach als Fakten, sondern arbeiten sie sehr geschickt in Gespräche und Diskussionen zwischen ihren Figuren ein.
Dass es Ihnen dabei auch um historische Genauigkeit geht, zeigen allein die Fußnoten, in denen sie das erläutern, was in der Erzählung selbst keinen Platz findet, um den Erzählfluss nicht zu stören. Was steht für Sie persönlich beim Schreiben im Vordergrund: die Entwicklung einer persönlichen Erzählung, also der plot und die Ausarbeitung der Charaktere auch für das heutige jugendliche Publikum, oder die Vermittlung von historischen Fakten, d.h. die Ausarbeitung eines Hintergrundes, vor dem sich die Figuren entwickeln und dann vom Weltbild ihrer Zeit zeugen? Oder kann man das nicht trennen?

RMS: Dass meine Romane einem „eher einfachen Handlungsgerüst“ folgen, darüber kann man bestimmt trefflich streiten, insbesondere wenn man die drei Romane der Medici-Chroniken oder die Trilogie „Die Bruderschaft vom Heiligen Gral“ nimmt. Davon abgesehen stellt sich die Frage, ob ein „eher komplizierter Aufbau“ den Roman wertvoller und lesenswerter macht, mal ihren Nutzen für germanistische Oberseminare und gewisse Rezensenten ausgenommen, denen es mehr um Selbstdarstellung und elitäre literarische Nischenpflege als um Empfehlung von Büchern geht, die einem breiten Publikum gute Unterhaltung mit einem geistigen Nährwert bieten.
Mir jedenfalls offenbart sich kein größerer geistiger Nährwert, wenn ein Autor seinen Plot verschachtelt und kompliziert, zumal er dann in den wenigsten Fällen damit der Realität nahe kommt, meist erweist sich die Story als völlig unrealistisch und damit künstlich konstruiert. Okay: Ausnahmen gibt es immer, schon per Definition.

Astrid van Nahl: Nur als Zwischenbemerkung: Das „einfache Handlungsgerüst“ war keinesfalls abwertend gemeint, im Gegenteil als Kompliment. Ich teile Ihre Ansicht, dass kompliziert angelegte plots – oft mit stetigem Wechsel der Erzählperspektive, der Schauplätze oder Zeitebenen und anderem – den Leser durchaus verärgern können und das Ganze auf Kosten des Lesevergnügens gehen kann. Andererseits gelingt es nicht jedem, das besagte einfache Handlungsgerüst dann wirklich zu etwas Spannendem, Lesenswerten auszuarbeiten, das eben nicht konstruiert wirkt, zu „guter Unterhaltung mit einem geistigen Nährwert“, wie Sie das so bildhaft nennen.

RMS: Für mich ist in erster Linie wichtig, dass ich eine sowohl gute als auch spannende Geschichte erzähle und dass diese Geschichte in ihrem historischen Rahmen und Kontext so historisch genau wie möglich geschildert wird. Mein Leser soll erfahren, wie die Menschen zu einer gewissen Zeit in der Vergangenheit gelebt, geliebt und gelitten haben. Daher meine intensive Recherche, und zwar immer auch vor Ort. Die Entwicklung der Hauptpersonen ergibt sich dann in Verbindung mit der Story und den zu meisternden Prüfungen.

Astrid van Nahl: Sie schreiben mit Vorliebe geschichtliche Romane zu Themen, die in den Schulen – also eigentlich in ihrer Leserzielgruppe – oft nur wenig Aufmerksamkeit erregen. Wirft man dann einen Blick auf die Zahl der Auflagen Ihrer Bücher, spricht das eine andere Sprache. Wie erklären Sie sich diesen Gegensatz und letzten Endes Ihren Erfolg?

RMS: Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht und will es eigentlich auch nicht, um nicht ‚verkopft’ (siehe oben!) an meine Romane ranzugehen. Ich vermute mal, dass mein Erfolg viel damit zu tun hat, dass ich mich bemühe, spannende Geschichten mit glaubhaften Charakteren in einer realistisch geschilderten historischen Epoche zu entwickeln. Womit wir wieder ganz beim ersten Teil meiner obigen Antwort wären. Vereinfacht könnte man wohl sagen: Es kommt nicht darauf an, über welche Zeit und welches Thema man schreibt, sondern wie man darüber schreibt!

Astrid van Nahl: Lassen Sie mich die Frage noch unter einem anderen Aspekt stellen: Sie vertreten in Ihren Büchern eine christliche Botschaft, die meines Erachtens immer stärker und deutlicher hervortritt. Auch das ist ein Thema, das in der Jugendliteratur nicht gerade gängig ist. Also noch einmal: wie erklären Sie sich im Blick auf diese Botschaft den Erfolg Ihrer Bücher – nimmt man der Spannung wegen das Thema in Kauf oder liest man Ihre Bücher wegen dieser Botschaft? Haben Sie das je mit Ihren Lesern diskutieren dürfen?

RMS: Auch hier gilt der Satz, dass es wohl entscheidend ist, wie man über den christlichen Glauben schreibt! Man muss das schon mit wahrer Überzeugung und Herzblut machen, aber nicht bigott, verklemmt und mit der dogmatischen Scheuklappe. Zudem ist es ja nicht so, als ob die Jugendlichen keinen Sinn für Glaubensdinge hätten, ganz im Gegenteil. Ich habe zahllose Briefe erhalten, die bezeugen, wie groß die Suche und die Sehnsucht danach ist. Aber man muss das eben auch mit der Offenheit, Toleranz und Lebensfreude in einen Roman einbringen, die der christlichen Botschaft zugrunde liegt. Da kann man dann z. B. nicht Maria so süßlich verkitscht und überhöht darstellen, wie das gemeinhin auf Kirchenbildern und von nicht wenigen Geistlich gemacht wird, sondern man muss klarmachen, was für eine mutige, tapfere und tatkräftige Person dieses junge Mädchen gewesen ist, eine geradezu revolutionäre Emanzipistin, die den gnadenlosen Vorgaben, Gesetzen und Sitten der damaligen Männergesellschaft getrotzt und ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat.

Astrid van Nahl: Ist die christliche Botschaft in Ihren Romanen geprägt von Ihrem Elternhaus oder ist Ihr Glaube auch das Ergebnis von Erlebnissen in Ihrem abenteuerlichen Leben?

RMS: Ich bin in einem sehr links-liberalen und stark humanistisch geprägten Elternhaus als christliche Karteileiche aufgewachsen. Mal an Ostern oder Weihnachten in die Kirche, in späteren Jahren auch das nicht mehr. Meinen Glauben und meine Konversion verdanke ich einer sehr persönlichen Art von Epiphanie.

Astrid van Nahl: Sie haben laut Autobiographie auf Ihrer Webseite abenteuerliche Jahre hinter sich, haben bereits als junger Mensch die Welt bereist, auf teilweise sehr unkonventionelle Art. Wie viel vom jungen Schröder steckt in Ihren Figuren, d.h. wie viele eigene Erlebnisse und Einsichten sind eingearbeitet und kommt es vor, dass Sie sich mit bestimmten Personen identifizieren?

RMS: Natürlich schöpft so gut wie jeder Autor nicht nur aus seiner Fantasie, sondern auch aus den eigenen Lebenserfahrungen. Ich habe das große Glück, wahrlich über einen gewaltigen Schatz an Erlebnissen, Abenteuern und Erfahrungen als Weltreisender zu haben. So steckt dann häufig ein Teil von mir in manchen Hauptpersonen, aber nie ist diese Roman-Identität auch nur annähernd deckungsgleich mit meiner Person. Beispielsweise entspricht das, was der Mönch Basilius im Roman Das Geheimnis der weißen Mönche zu christlichen Fragen von sich gibt, meinem persönlichen Credo. Ähnliches trifft auf Pater Angelico zu, der Held meiner historischen Kriminalromane im Knaur Verlag („Die Farben von Florenz – Pater Angelicos erster Fall“ und „Der Todesengel von Florenz – Pater Angelicos neuer Fall“). Viele großartige und spannende Abenteuer, wie man sie gewöhnlich nur aus Romanen oder Dokumentationen kennt, persönlich erlebt zu haben, ist selbstredend eine große Hilfe beim Schreiben derartiger Szenen.

Astrid van Nahl: Gibt es persönliche Vorlieben für bestimmte Zeiten oder bestimmte Orte oder interessieren Sie sich stärker für bestimmte menschliche Fragestellungen, wenn Sie ein neues Buchprojekt angehen? Oder ist es mehr ein wahlloses Stöbern, bei dem man sich dann hier und da in der Sachliteratur festliest und das Thema vertieft?

RMS: Mich interessieren einerseits gewisse Epochen wie das Mittelalter, die Renaissance, die großen Jahrhunderte der abenteuerlichen Entdeckungsgeschichte (circa 1480–1880) und die Besiedlung Amerikas stärker als andere Zeiten der Vergangenheit. Andererseits habe ich auch eine große Vorliebe für bestimmte geographische Regionen wie z.B. Australien, der Süden Afrikas und Nordamerika, die sich durch lange Reisen in diesen Ländern/Kontinenten entwickelt haben. Leider sind viele der großartigen Storys, die noch gern darüber schreiben würde, auf dem deutschen Markt einfach nicht verkäuflich. Was mich vermutlich eines Tages nicht daran hindern wird, sie dennoch zu schreiben.

Astrid van Nahl: Trotz der Betonung der historischen Korrektheit genießen Sie es auch zu spekulieren, was der Spannung in Ihren Büchern natürlich ausgezeichnet bekommt. Bei längst vergangenen Zeiten bleibt ohnehin oft kaum eine andere Möglichkeit als die der eigenen Interpretation oder Spekulation. Im Gegensatz zu manch anderen Autoren legen Sie in den Nachworten darüber jeweils Rechenschaft ab, was für den Leser sehr hilfreich ist. Gibt es Grenzen der Dehnbarkeit historischer Wahrheit? Anders gefragt: Wie weit würden Sie zugunsten von Spannung und Klimax gehen?

RMS: Wenn es in einer Epoche oder im Leben einer historischen Persönlichkeit ‚weiße Flecken’ gibt, also ein Fehlen von akkuraten historischen Informationen, dann ist es m. E. legitim, diese Leerstellen zu nutzen, um zu spekulieren und eigene Theorien zu entwickeln. Nur muss sich diese Spekulation im Rahmen dessen halten, was der Rest der überlieferten Geschichte als Kontext vorgibt. Das ist stets eine Gratwanderung, die man nur dann glaubhaft bewältigen kann, wenn man sich mit der Materie gut auskennt und weiß, wo man gebunden ist und man seiner eigenen Fantasie mehr Raum geben darf. Überdehnt man diese schriftstellerische Freiheit jedoch, indem man etwa aus Columbus den heimlichen jüdischen Hüter des Tempelschatzes oder aus Lorenzo de’ Medici den Gründer einer geheimen alchimistisch-satanistischen Bruderschaft macht, dann kann daraus vielleicht ein spannender und interessanter Roman werden, nicht jedoch einer, der die behandelte historische Epoche authentisch und glaubhaft darstellt.

Astrid van Nahl: Ihr neues Buch, „Liberty 9“, das ich gerade lese, ist – für mich völlig erstaunlich – angesiedelt zwischen Fantasy und Utopie. Wie kam es zu diesem für den Leser plötzlichen Genrewechsel, der Ihnen meines Erachtens ausgesprochen gelungen ist?

RMS: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind ein einziger Strom der Zeit, sie sind unauflöslich miteinander verbunden, und sie bedingen sich gegenseitig. Die Aussaat des heute hochschießenden Giftkrauts liegt immer in der Vergangenheit. Nehmen wir den religiösen und politischen Fanatismus. Wie groß ist denn der Sprung von den Hexenverbrennungen vor fünfhundert Jahren, über die industrielle Vernichtung der Juden im Dritten Reich bis hin zum erst kurzem wieder bestätigten Ziel der iranischen Machthaber, Israel mit Atombomben auszuradieren und die Welt in einen nuklearen Krieg zu stürzen? Und welche dramatischen Auswirkungen die rücksichtslose Ausbeutung und Zerstörung unseres Planeten, die nun wahrlich nicht erst heute oder gestern begonnen haben, auf die Zukunft haben werden, kann man heute schon hochrechnen, wenn man sich nur die Mühe machen will.
Meine Arbeit, mit meinen (historischen) Romanen das Fenster zu oftmals vergessenen Kapiteln der Vergangenheit aufzustoßen, galt immer dem Ziel, die Verbindungen aus der weiten Vergangenheit zu unserem heutigen Leben und Verhalten aufzuzeigen und zu hoffen, dass wenigstens der eine und andere Leser daraus für die Zukunft die richtigen Lehren zieht und die Wiederholung der Fehlern vermeidet. Und daran hat sich nichts geändert, auch wenn neuerdings einige meiner Romane in der Zukunft angesiedelt sind.
Die Idee zu diesen beiden Büchern kam mir übrigens ganz spontan, als ich von der japanischen AKW-Katastrophe in Fukushima sah und hörte. Der Plot entstand innerhalb weniger Stunden auf einem Campground im Süden von Florida. Übrigens hatte ich vorher noch nie eine Dystopie gelesen, abgesehen von den alten Klassikern von Orwell, Huxley und Heinlein, die ich in meiner Jugend verschlungen habe. Erst nachdem ich das Projekt beendet hatte, habe ich mich mal kundig gemacht, was den amerikanischen und deutschen Markt in diesem Genre überflutet.

Astrid van Nahl: Wie fügt sich die grundlegende Botschaft dieses Romans in die Anliegen, die ihre historischen Romane ausgezeichnet haben? Oder anders gefragt: Sehen Sie eine Kontinuität in ihrer schriftstellerischen Arbeit, ein Darüber-Hinausgehen oder eher einen Bruch?

RMS: Ja, die Kontinuität ist in der Tat gegeben, siehe dazu auch meine Antwort zum Strom der Zeit. Vielen Jugendlichen wie Erwachsenen ist nicht klar, dass die Zukunft schon begonnen, ganz zu schweigen davon, wohin Zug der Zukunft mit uns rast. Der Alptraum von heute ist die Realität von morgen. Der Countdown läuft schon. Man muss nur die Augen öffnen und die Zeichen deuten. Was die meisten in dem Getöse unseres narzisstisch eitlen Instant-Fun-um-jeden-Preis für ein harmloses Hintergrundgeräusch halten, ist das Ticken der ablaufenden Uhr.
Wie die Zukunft aussieht, wird nicht heute oder morgen entschieden, sondern die Weichen dafür wurden von uns schon gestern oder vorgestern gestellt. Der Weg zum totalen gläsernen Menschen, der wohl in nicht allzu ferner Zukunft das ahnungslos willige Objekt eines ‘sanften’ totalitären Systems sein wird, hat in unserer Zeit begonnen – und mit jedem Klick bei Google, Yahoo, Bing, bei Travelocity und Amazon und jeder Twitter Zeile und jedem Eintrag bei Facebook und all den anderen Netzwerken gibt er mehr von sich preis und spinnt ahnungslos an dem gigantischen digitalen virtuellen Netz mit, ohne sich bewusst zu sein, dass er nicht das freie selbstbestimmte Individuum ist, sondern die systematisch süchtig gemachte Beute, die dem Netz nie wieder entkommen wird.

Astrid van Nahl: Was war für Sie beim Schreiben anders? Ich frage deswegen, weil Sie das Buch äußerst geschickt angelegt haben, die Utopie, die Zeit der technischen Errungenschaften sozusagen in eine vergangene Zeitstufe gelegt haben. So manche Szene könnte statt in der Zukunft auch in einem mittelalterlichen Kloster angelegt sein, sodass der Leser bei aller Neuheit doch auf vertraute Elemente ihrer Romane trifft. War das beabsichtigt?

RMS: Ja, weil sich fundamentale Gegebenheiten der menschlichen Natur nicht ändern, und zwar im Guten wie im Bösen und Schlechten. Als fröhlich bekennender Christ katholischer Färbung, der seit Jahrzehnten oft lange Zeit im Kloster Himmerod verbringt, weiß ich um die Macht von religiösen Zeremonien und den Machtmissbrauch ihrer Hierarchien. Der Glaube kann ein großer Segen sein, wenn er dem Menschen die selbstbestimmt Freiheit lässt. Aber in den Händen von skrupellosen Menschenverführern kann er auch zu einem fürchterlichen Fluch werden und zu unsäglichem Leid und Verderben führen. Eine geschlossene Bruderschaft, ein strenger Orden mit seinen eigenen Ritualen und der Aura des Auserwähltseins, hat zu allen Zeiten Faszination ausgeübt – sowohl für die drinnen wie die draußen. Was also lag näher, als eine Art von Orden mit all seinen äußeren Symbolen, Ritualen und mit einem pervertierten Glauben zu erfinden?

Damit lag für mich auch auf der Hand, dass diese verbrecherische Clique sich auch viele der mir kostbaren ausstrahlungskräftigen Symbole und liturgischen Elemente der katholischen Kirche in pervertierter Form zu Nutze macht. Wer also genau liest, wird nicht nur einen Missbrauch des Credo und des Agnus Dei und vieles andere wiederfinden, was die Liturgie ausmacht, sondern wird auch bemerken, was etwa das Vorbild für das Beneficium war – und welch schändliche Herabwürdigung des kirchlichen Vorbilds in dieser Kopie steckt. Ob irgendetwas ein Segen oder ein Fluch ist, hängt immer davon ab, wie der Mensch, jeder einzelne von uns, davon Gebrauch macht.
Das Schreiben selbst hat mir trotz aller Anstrengung ungeheuer viel Spaß bereitet, da diese Romane ausschließlich meiner Fantasie entsprungen sind, die bescheidene Recherche über AKW, deren Funktion, Aufbau und Wartungsarbeiten etc. einmal ausgenommen. Daran könnte ich Gefallen finden, zumindest mal ‚so zwischendurch’.

Astrid van Nahl: Haben Sie auch hier Rat in Sachbüchern gesucht oder tritt hier das, was ich „historische Wahrheit“ in Ihren Romanen genannt habe, eher zurück?

RMS: Der Aufwand an Recherche war, wenn auch gewissenhaft, vergleichsweise bescheiden. Zudem konnte ich meinen großen Bruder befragen, der seit über 30 Jahren Nuklearphysiker und Professor an der UNI in Rochester, New York ist.

Astrid van Nahl: Ich will nicht die dumme Frage stellen, ob Sie wieder an einem Buch schreiben, denn was sollten Sie sonst tun. Aber ich wüsste gern, ob es in Ihrer Vorstellung weitere Themenbereiche gibt – Zeiten, Orte, geschichtliche Ereignisse, menschliche Probleme oder auch Motive aus dem Bereich der Fantastik –, von denen zu schreiben Sie sich fest vorgenommen haben oder über die zu schreiben Sie sich sehr wünschen?

RMS: Zurzeit schreibe ich an meinem dritten Pater Angelico-Roman, der wie die beiden ersten Bände im Florenz der Renaissance angesiedelt ist, was wieder viel Recherche und Genauigkeit bedeutet. Aber dieser einstige Waffenknecht und Freskenmaler im Gewand des Mönchs liegt mir mit seinen Kanten und Schwächen, seinem Sarkasmus und seiner kritischen Einstellung zu Dogmen und den vielfältigen Arten von kirchlichem Missbrauch sehr am Herzen – und das nimmt der harten Arbeit ein wenig von ihrer täglichen Tortur. Schreiben ist zwar meine Berufung und meine Leidenschaft, aber leider eben ohne dieses Leiden nicht zu haben, nicht einmal nach nun 35 Jahren als berufsmäßiger Schriftsteller.

Astrid van Nahl: Lieber Herr Schröder, im Namen unserer Leser bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre ausführlichen, informativen Antworten und für die Zeit, die Sie investiert haben! Wo dieses Interview entstanden ist, zeigen die beiden folgenden Fotos, für dich ich mich ebenfalls sehr bedanke!

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Der Todesengel von Florenz: Pater Angelicos neuer Fall


Der Todesengel von Florenz: Pater Angelicos neuer Fall
Drei grässliche Morde hat Florenz in kürzester Zeit zu beklagen. Das erste Opfer ist ein Priester aus Pater Angelicos Kloster – verstümmelt und mit Zeichen versehen, die nahelegen, dass der Tote der Sodomie frönte. Prior Vincenzo Bandelli, wie immer über Kreuz mit Pater Angelico, besteht darauf, dass dieser die Sache schleunigst ins Reine bringt. Auch die anderen Leichen weisen blutige Markierungen auf, die auf die sieben Todsünden hindeuten. Richtet ein strafender Todesengel sündige Mitmenschen hin? Ein Todesengel, der es bald auch auf den Pater abgesehen hat, als dieser Fortschritte bei seinen Ermittlungen macht. Pater Angelico in Teufels Küche …










Liberty 9 — Todeszone

Liberty 9 — Todeszone
Das Finale von Rainer M. Schröders großem Zukunftsthriller!

Kendira und Dante ist das Unglaubliche gelungen: die Flucht aus der perfekt abgesperrten Sicherheitszone von Liberty Valley! Nachdem sie verstanden haben, wie zerstörerisch das System ist, von dem sie und die anderen Electoren aufgezogen wurden, wollen sie ihre Freunde jedoch keineswegs in Liberty 9 zurücklassen. Sie verbünden sich mit den wilden Nightraidern im Totenwald – aber wie sollen sie mit Pfeil und Bogen gegen die Hightech-Waffen der Guardians bestehen? Und danach wartet eine noch viel größere Aufgabe auf sie: der Weg zu den fernen Städten und Machtmetropolen – und der führt mitten durch die von Bestien bevölkerte „Todeszone“!